Familie | Home | Kleinkind

Der Morgen mit Kindern – die herrlich unverblümte Wahrheit

19. März 2018
kleinesbisschen Alltag mit Kindern der Morgen

Eigentlich saß ich an meinem Post „Heute war ich keine gute Mutter“. Wie ich so schrieb, fiel mir auf, wie lustig die Szenen eigentlich waren, die mir in den Kopf kamen und die ich als Einstieg in meinen Post nutzen wollte. Ich musste die ganze Zeit grinsen, weil ich mir vorstellte, wie ich die Kinder und mich den Tag über mit allen Pleiten, Pech und Pannen beobachtete. Und plötzlich hatte ich keine Lust mehr über die Tage zu schreiben, an denen meine Nerven so dünn sind, dass sie durch das Geräusch von klapperndem Duplo zu zerreißen drohen (eines deiner besten Zitate, Nicola ;-P). Ich wollte viel lieber auf eine andere Art über meinen Alltag mit Kindern schreiben. Lustig, unverblühmt und zum Schmunzeln. Meist läuft mit Kindern wenig nach Plan, in vielen Momenten müssen wir tief, tieeeeeeeeeef durchatmen und viele Situationen sind einfach nur urkomisch.

Ich denke, ich teile den Tag in mehrere Blogposts auf. Sonst könnte ich direkt ein ganzes Buch schreiben – der Text würde einfach zu lang und euch am Ende wohl doch langweilen.

Der Morgen – Lasset die Spiele beginnen

Es ist 6:15, der Wecker hat noch 30 min Zeit bis zu seinem Einsatz. Da höre ich zwei kleine Füßchen zu uns rüber tapsen und ins Bett krabbeln. Ach schön, sie legt sich noch ein wenig zu uns und wir können kuscheln. Diesen Gedanken habe ich noch nicht ganz zu Ende formuliert, da setzt sie sich auch schon auf mich drauf und fängt an zu hüpfen „Reita, Reita“. Meine volle Blase bedankt sich.

Irgendwann schäle ich mich dann mit der Mission aus dem Bett das Steinbockmädchen anziehen. Die Betonung liegt auf Mission, denn zunächst muss ich sie fünfmal wieder einfangen, bis ich es geschafft habe, das letzte Teil an ihren Körper zu ziehen. Just in dem Moment kommt dann auch der große Bruder ins Zimmer, setzt sich auf meinen Schoss und will noch eine Runde kuscheln. Oh ja gerne, endlich ein kuscheliger Morgenmuffel. Das Vergnügen hält ungefähr 30 Sekunden, denn dann entdeckt er, dass seine Schwester ja schon komplett angezogen ist!

„ICH WOLLTE ABER ERSTER SEIN!!!!“

„Ist doch nicht so schlimm, dann bist du heute Mal zweiter!“ Neeeeein, ich solle die Schwester doch bitte wieder komplett ausziehen. Das sei ja sowas von unfair von mir! Dann gibt es entweder das große Schreien oder H. verfällt in den Baby-Modus:

Der Herbstjunge kann sich dann urplötzlich vor Müdigkeit nicht mehr alleine anziehen, geschweige denn bewegen. Dann liegt er jammernd auf dem Boden und macht sich steif wie ein Brett während ich ihn anziehen darf. Ich HELFE ihm ja gerne beim Anziehen, aber wenn ich weiß, dass er es eigentlich komplett alleine KANN, aber KEIN bisschen mithilft, sondern lieber mit leidender, jammernder Stimme sagt, wieeeee müde er doch sei…dann muss ich ziemlich oft ziemlich tief ein- und ausatmen.

Währenddessen zieht sich die 2 Jahre jüngere Schwester wieder komplett nackig aus und pinkelt das erste Mal Freiluft. Tritt rein und verteilt die Pipi in allen Zimmern. Also Lappen holen, die Spuren und Quelle verwischen und das Mädchen wieder anziehen.

Frühstück – die wichtigste Mahlzeit am Tag

15 Minuten später sind dann beide angezogen und ich begebe ich mich ans Frühstück. Brot für den Herbstjungen, Müsli für das Steinbockmädchen. Letztere schreit die ganze Zeit entsetzt, dass ich ihr die Rosinen ins Müsli dazu gebe, anstatt sie in eine separate Schüssel zu füllen. Der Bruder stimmt mit ein, indem er „nicht weiß, was ich auf dem Brot will“. Schmiere ich ihm dann etwas aus Selbstinitiative drauf, geht auch bei ihm die Heulerei los. Yeaaaaiii, die gemütlichen ersten Stunden des Tages. Das Mädchen beruhigt sich meist, sobald das Essen auf dem Tisch steht, während der Junge die Drohung „Gut, dann isst du eben erst im Kindergarten“ braucht um runter zu fahren.

Am Tisch selbst sieht es dann so aus, dass der Herbstjunge genüsslich sein Brot ist, während das Steinbockmädchen nach 2 Löffeln behauptet, satt zu sein, sich vom Tisch wegschiebt und aufstehen oder ein Buch haben will. Bei uns müssen die beiden aber so lange am Tisch sitzen bleiben, bis der jeweils andere auch satt ist. Also gehe ich zum Tochterkind und setze sie wieder in den Stuhl. Was sie davon hält, können die Nachbarn drei Kilometer weiter noch hören. Sie ist dann nach ein paar Sekunden bereit, sich wieder hinzusetzen aber bitte alleine! Wehe ich fasse sie an!

Manchmal isst sie dann weiter, manchmal ist sie wirklich satt und bekommt ihr Buch. Es ist mittlerweile 8:15, wir müssen langsam auf zum Kindergarten. Da er endlich etwas zwischen die Kiemen bekommt, mutiert der Morgenmuffel-Junge allerdings zum Plappermaul und vergisst darüber das Essen. Ich wiederhole also regelmäßig das Mantra „Essen nicht vergessen“. Zwischendurch singe ich nocht 10 Lieder aus dem Liederbuch, welches sich das Steinbockmädchen gerade anguckt. Dabei ist noch lange nicht jedes Lied erwünscht, nein! Nach den ersten drei Worten wird dann, nicht immer ganz in Einigkeit mit dem Geschwister, entschieden, ob ich weitermachen darf oder nicht.

8:30, der Herbstjunge hat aufgegessen und möchte das Liederbuch anfassen. Die kleine Schwester verfällt in Panik – „Neeeeeein“ bekommt er als Antwort und einen Kneifer in den Arm. Platsch – das Wasser wurde dabei mit umgestoßen. Ich laufe also schimpfend, dass ich Kneifen nicht dulde, in die Küche und hole einen Lappen. Wollte ja eh gerade aufstehen.  Also alles abräumen, schnell noch den Tisch trocken wischen und alle Anziehen. Wenn ich einen Blick in die Küche werfe, packt mich der blanke Horror, weil nichts dort steht, wo es eigentlich hingehört. Es sieht meistens wirklich aus, als hätte eine kleine Bombe eingeschlagen. Egal.

Beeilen? Was ist das?

Meine Sätze „Holt schon mal eure Schuhe“ oder „Zieht bitte die Jacken an“ werden geflissentlich ignoriert. Natürlich. Spielen ist ja auch viel schöner, das Wort „Beeilen“ wollen die beiden partout nicht in ihren Wortschatz aufnehmen. Also suche ich alles zusammen und möchte mit dem Anziehen loslegen. Aber dessen bin ich leider nicht kompatibel. Zumindest, wenn ihr das Steinbockmädchen fragt. Ich suche einfach immer die falschen Sachen raus! Es ist doch vollkommen klar, dass bei strömendem Regen die Crocs und nicht die Gummistiefel angezogen werden! Während ich eine innerliche Diskussion mit mir selber führe, ob mir nasse Füße egal sind oder ich knallhart bei meinem Nein bleibe, wälzt sich der Herbstjunge wieder auf dem Boden und kann sich plötzlich wieder nicht richtig bewegen. Dass er drei Sekunden vorher noch durchs Haus gerannt ist, das habe ich mir wohl eingebildet.

Wenn dann ENDLICH alle angezogen sind (außer mir natürlich) gehen die zwei schon mal in die Garage. Nachdem gezankt wurde, wer denn heute das Tor öffnen darf, klettern sie ins Auto. Der Herbstjunge brav in seinen Sitz, das Steinbockmädchen möchte lieber selber fahren. Ich suche in der Zeit meinen Haustürschlüssel, den ich dann letztendlich genau an dem Platz finde, an dem ich ihn immer ablege. Unter großem Protest setze ich das Mädchen dann in ihren Sitz und es kann losgehen.

Als ich das Garagentor schließen möchte, fällt mir auf, dass das Tochterkind die Fernbedienung unter den Sitz geschmissen hat. Also, Sitz verstellen, aussteigen, Fernbedienung aus der hintersten Autoecke holen und wieder rein ins Auto. Von dort aus empfangen mich schon meine Fans mit diversen Musikwünschen. Also zum 100.Mal „“Old MacDonalds & Hoppelhase Hans“ in Dauerschleife. Wer braucht schon die aktuellen Charts wenn er Rolf Zuckowski, Frank Rosin und die Giraffenaffen hat?

Fröhlich singend kommen wir dann am Kindergarten an. Der Weg vom Tor bis zur Gruppe dauert ewig, weil noch geschaukelt, auf Steine und über Berge geklettert und über Mauern balanciert wird. Aber egal, wir haben ja Zeit und so wird schon mal die erste Runde frische Luft geschnappt. In der Gruppe angekommen möchte der Herbstjunge wieder mit nach Hause,  das Steinbockmädchen entkleidet sich schon mal und schnappt sich wildfremde Hausschuhe, mit denen sie dann in die Gruppe watschelt.

Die meisten Kinder sind schon da und nach kurzem Lagencheck klingt Sohnemann sich dann doch direkt ins Spiel ein. Tochterkind wieder anziehen und ab nach Hause. Auf dem Weg zum Auto findet sie eine herrlich große Pfütze und springt mit voller Freude knöcheltief rein. Ich glaube, im Sommer nehme ich sie einfach nackt mit. Erspart mir so einiges an Wäsche.

Wir zwei Mädels fahren heute direkt nach Hause und erledigen Haushalt & Co. Wie das vonstattengeht und wie unser Alltag weiter läuft, das werde ich euch dann später berichten ;-).

 

Wie ist es denn bei euch? Läuft es morgens total rund oder eher chaotisch? Natürlich ist hier alles etwas überspitzt dargestellt und es gibt selten Morgende (heißt das so?) an denen es SO chaotisch zu geht. Aber alle oben beschriebenen Situationen hat es hier schon gegeben bzw. gibt es hier durchaus öfters, hahaha.

 

  1. Ach herrlich. Und vielen Dank für Deinen Einblick. Oft verzweifle ich, weil ich glaube meine Bande früh nicht gebändigt zu bekommen. Der Große mit 8 Jahren ist da zum Glück schon eine große Hilfe. Aber meine beiden Kleinen (4 und 2)- genau wie von dir beschrieben
    Mantras und tiefe Atemzüge begleiten mich dann auch

    1. Hi Nili, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube, in den meisten Familien geht es doch ähnlich zu, hahaha. Drei Kinder sind noch mal eine andere Hausnummer. Als dein kleinstes gerade geboren war, war es sicherlich auch noch mal ’ne Ecke chaotischer, oder? Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben ;-). Und ich bin mir sicher, dass wir später genau auf solche Momente sehr gerne zurück schauen. Auch wenn wir im Moment selber wohl manchmal lieber auf dem Mond wären ;-P

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: