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Ich bin Vollzeitmutter und will mich dafür nicht entschuldigen – Teil 1

12. Februar 2018
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Sind wir doch mal ehrlich. Egal was eine Mutter macht – sie ist umgeben von Vorurteilen. Geht sie arbeiten, ist sie eine karrieregeile Rabenmutter. Bleibt sie zu Hause ist sie nicht nur Vollzeitmama sondern direkt das Hausmütterchen, das die ganze Frauenarbeit der letzten Jahre zunichte macht.

Mein Mann und ich haben uns dazu entschlossen, unsere Kinder je drei Jahre zu Hause und dann auch nur bis 12:30 in den Kindergarten gehen zu lassen. Ich bin also nach wie vor Vollzeit beschäftigt, aber halt zu Hause :-). Wir fühlen uns sehr wohl mit der Entscheidung und würden es immer wieder machen.

Ich bin Vollzeitmutter und will mich dafür nicht entschuldigen.

Was mir aber, entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, gehörig gegen den Strich geht, sind die Aussagen, die ich manchmal zu hören bekomme. Und ich sage euch – da gibt es so einige. Denn sind wir mal ehrlich. Viele Vollzeitmütter gibt es nicht mehr. Egal ob wir uns nun Hausfrau & Mutter schimpfen oder Managerin eines kleinen Familienunternehmens – wir gehören zur aussterbenden Spezies und stoßen damit auf Unverständnis & Neid. Nicht immer, aber immer öfters. (Das verrückte ist eigentlich, dass Mütter mit Job genau das gleiche sagen…)

Zusammengefasst findet ihr also ein paar Sätze, die Vollzeitmütter mit Sicherheit alle schon mal gehört haben und meine Gedanken dazu. [Hierbei handelt es sich um meine ganz persönlichen Empfindungen, ohne diese auf andere projizieren zu wollen.]

Du bist ja zu Hause – übernimm du die Aufgabe doch!

Im Zusammenhang mit meinen Aufgaben im Kindergarten habe ich diesen Satz schon recht oft zu hören bekommen. Entweder an mich gerichtet oder an eine andere Vollzeitmutter. Gerne auch im Zusammenhang mit dem Satz „Ich bin ja arbeiten, ich schaffe das einfach nicht!“. Das mag ja stimmen, aber was berechtigt arbeitende Mütter dazu, zu verallgemeinern wie viel Zeit ICH ganz persönlich habe – nur weil ich zu Hause bin? Richtig – nichts! Ich sitze zwar in keinem Büro und bin natürlich flexibler, was Erledigungen angeht. ABER auch ich habe meine Zeit anders verplant. Einfach zu sagen „Du bist ja zu Hause, mach doch mal eben“ finde ich frech. Es mag vielleicht subtil klingen, weil ich keine vermeintlich „wichtigen“ Arbeiten erledige und mir kein Arbeitgeber (dafür aber unsere kleine Tochter) im Nacken sitzt, aber auch meine Vormittage sind verplant.

Wenn ich dann zum Beispiel Besorgungen für Feste machen soll – dann geht das von meiner anderweitig durchaus verplanten Zeit ab. Das ist auch in Ordnung so und macht mir nichts. Dann wird die Wäsche halt zusammen mit den Kindern am Nachmittag gemacht, am nächsten Tag eingekauft, meine schon drei mal verschobene Sporteinheit wird um ein viertes Mal verschoben, die Buchhaltung wird später gemacht oder, oder, oder.

Alles Dingen, die sich ohne Probleme verschieben lassen, auch, weil ich mir die Zeit selbst einteilen kann. Ich befinde mich zwar so gut wie nie nicht im Stress und ich möchte hier auch nicht den Eindruck erwecken als wüsste ich als Vollzeitmutter nicht wo mir der Kopf vor Terminen steht. (Was für mich übrigens einer der besten Punkte daran ist Vollzeitmutter zu sein – wir haben Zeit, alles in Ruhe zu erledigen. Von dieser Ruhe profitieren dann nämlich auch unsere Kinder). Aber Däumchen drehen und auf Aufgaben warten tu ich auch nicht.

Also bitte, bitte nehmt es nicht als selbstverständlich hin, dass diejenigen die zu Hause sind, sind um Sachen kümmern. Oder zieht nicht über uns her, wenn wir mal sagen wir haben keine Zeit. Gerade wenn noch ein Kind zu Hause ist, welches beschäftigt oder betreut werden möchte. Wir haben zwar andere Tagesabläufe aber das heißt nicht, dass wir weniger beschäftigt sind und mal eben so freie Zeit aus unseren Ärmeln schütteln.

Was machst du eigentlich den ganzen Vormittag über?

Ich beziehe mich hier ganz bewusst nur auf den Vormittag. Ab 12:30 ist unser Sohn wieder zu Hause und somit ist ja klar, was ab dann bis 20:00 auf dem Programm steht 🙂

Vor ein paar Wochen hätte sich mein Text noch so angehört: Kind 1 in den Kindergarten bringen, 9:00 wieder zu Hause. Wäsche waschen/zusammenlegen/einräumen, mit Kind 2 etwas spielen bis ihr gegen 10:30 Augen zufallen und sie sich zwei Stunden Schlaf und mir somit freie Zeit gönnt. Um 11:30 anfangen zu kochen. Die restliche Stunde habe ich zum groben Aufräumen, Sport, mich fertig machen und meinem mittlerweile kalten Kaffee genutzt. (Kalter Kaffee und kaltes Essen – auch eines der Vorzüge vom Eltern werden, oder?)

Tja…seit Anfang des Jahres hat das Steinbockmädchen viel Spaß daran gefunden, ihren Schlafsack selber zu öffnen und selbstständig aus dem Bett zu klettern. Heißt im Umkehrschluss? Richtig – Schlaf ist OUT, Wachsein IN und meine freie Zeit passé. Das führt dazu, dass ich hier nicht viel mehr schreiben kann außer „Mich um unser zweites Kind kümmern“. Aber das füllt halt meinen kompletten Vormittag aus.

Nach wie vor kümmer ich mich um die Wäsche und den Haushalt, aber alles mit meiner kleinen Haushaltshilfe an der Seite. Sport macht mir mit Kind keinen Spaß und an Laptop aka. Blogposts ist auch nicht mehr zu denken. Kochen dauert nun auch doppelt solange, denn ich habe in der Küche praktisch nichts mehr zu sagen. „Neina“ – Alleine machen ist jetzt angesagt. Nur das Aufwischen des hinterlassenen Chaos, das wird mir dann wieder überlassen ;-).

Auch wenn ich nicht ständig von einem Termin zum nächsten hetze und in unserem Alltag mehr Ruhe als Stress herrscht – als Vollzeitmama hat man (fast) immer was zu tun & Langeweile kommt hier selten auf.

Kinder werden zu Hause nicht optimal (sozial) gefördert

Ja ja, auch so ein beliebter Satz. Dass schon die Kleinsten soziale Kontakte brauchen, im Kindergarten viel schneller selbstständig werden und die Mutter (oder der Vater) zu Hause einfach keine optimale Förderung bieten kann.

Ich frage mich wirklich, wer sich diese Argumtente hat einfallen lassen. Ja okay, selbstständig werden sie auf jeden Fall im Kindergarten schneller und ja, Kinder lernen am meisten von Kindern. Stimmt. Aber was glauben eigentlich alle, was wir Mütter mit unseren Kindern all die Jahre machen? Uns alleine mit ihnen zu Hause einschließen? Und dass sie dann am ersten Kindergartentag das erste Mal andere Kinder zu Gesicht bekommen?

Ich kann nur von mir sprechen, aber im ersten Jahr gab es da Pekip und Babyschwimmen. Ab dem zweiten Jahr wurde es dann schwierig mit den Kursen, weil die meisten Kinder im Kindergarten sind. Aber, Trommelwirbel für das Lüften des Geheimnisses – in Geburtsvorbereitungs- und Babykursen lassen sich durchaus Freundschaften schließen, die über das erste Lebensjahr hinaus gehen. Verrückt, oder?

Das führte in unserem Fall dann dazu, dass der Herbstjunge 2 bis 3 Mal die Woche auf Artgenossen traf.

Meiner Meinung nach ein vollkommen ausreichender Umgang mit anderen Kindern um sich Sachen abzugucken, zu lernen und Freundschaften zu knüpfen. Zumal ich nach zwei Kindern mal sagen muss: (Die meisten) Kinder unter 2 spielen einfach nicht miteinander! Ja, sie LERNEN voneinander, aber bis zum 2. Lebensjahr spielen Kinder nicht mit-, sondern nebeneinander. Dass, das trotzdem von Vorteil und enorm wichtig ist steht außer Frage. Kinder brauchen soziale Kontakte, aber nicht 6 Stunden am Tag fünf Mal die Woche.

Wo wir direkt beim Punkt der optimalen Förderung wären. Alle reden immer davon, wie wichtig eine möglichst enge Betreuung der Kinder ist, also wenig Kinder pro Erzieher. Zu Hause hat der Herbstjunge eine 1:1 Betreuung genossen. Ich konnte IMMER auf seine Bedürfnisse, Lernschritte und Entwicklungsphasen. Immer. Wohingegen in KiTas eine Erzieherin für 10 oder mehr Kinder zuständig ist. In diesem Beitrag soll es überhaupt nicht darum gehen, was jetzt besser ist. [Auch wenn ich mir dazu über die Jahre meine ganz eigene, feste Meinung gebildet habe.] Natürlich gibt es im Kindergarten andere Reize und Beschäftigungsmöglichkeiten. Ich finde es auch sehr wichtig, dass Kinder von fremden Personen etwas vermittelt bekommen. Es erweitert ihren Horizont und bereitet sie auf das spätere Leben vor.
Aber wie kann es sein, dass einer Erzieherin, die ihre Aufmerksamkeit durch 10 Kinder teilen muss, mehr Förderung zugetraut wird als der eigenen Mutter (oder Vater)?

Unser Sohn konnte mit zwei Jahren mit der Schere umgehen, unsere Tochter schmiert ihr Brot (mehr schlecht als recht,haha) alleine & beide unserer Kinder können seit ihrem 1. Lebensjahr Treppensteigen bzw. -krabbeln. Die Tochter einer Freundin (auch 3 Jahre zu Hause) ist sogar die weiteste in ihrer Kindergartengruppe. Und keiner der Kinder meiner Freundinnen ist sozial daneben. (Auch wenn ich sagen muss, dass ich manche Aussagen von meinem Sohn wie „Es war heute nicht schön im Kindergarten. Die anderen Kinder wollten mit mir spielen“ etwas verstörend finde,hahahaha. Aber das liegt wohl eher an seinem Charakter ;-).)

Was ich damit sagen möchte? Dass auch zu Hause Förderung ohne Probleme gelingt und kein Kind den Kindergarten braucht um altersgerechte Fähigkeiten zu erlernen, wenn es Eltern hat die ihm einen abwechslungsreichen Alltag bieten.

Seid ihr auch zu Hause und fühlt euch manchmal mit Klischees oder Vorurteilen konfrontiert? Die arbeitende Fraktion unter euch – welche Sätze oder Denkweisen nerven euch besonders?

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss, weil das Ganze ja schon ein heikles Thema ist – nein ich möchte damit niemanden angreifen. Jeder sollte nach seiner persönlichen Lage entscheiden, was das beste für die Familie ist. Ich möchte mich als Vollzeitmama einfach nur mal verteidigen und mit ein paar Klischees aufräumen 🙂

 

 

  1. Liebe Sandra!
    Ich kann Dir das alles soooo was von nachfühlen! Denn auch ich bin Vollzeitmama – und zwar „nur“ von einem Kind. Trotzdem kenne auch ich keine Langeweile. Tatsächlich hatte ich seit der Geburt unserer Tochter vor vier Jahren ungelogen nur ein einziges Mal Langeweile. Und das war, als sie und mein Mann im Urlaub drei Stunden Mittagsschlaf gemacht haben *lol*.
    Da mein Mann viel arbeitet, schmeiße ich den kompletten Haushalt, kümmere mich ums Kind, die ganzen sozialen Kontakte, habe mich eine Zeit lang viel um seine Elter gekümmert und und und. Aber genau wie Du habe ich schon oft den Satz zu hören bekommen „Ach, Du bist doch den ganzen Tag zu Hause.“
    Bin ich. Aber was mache ich da? Mit Sicherheit nicht chillen. Ich bin froh, wenn ich es einmal in der Woche zum Sport schaffe oder hinbekomme, meine Blogposts zu schreiben. Wenn Du zu Hause bist und Dein Kind ab mittags zu Hause hast, hast Du nun einmal auch viel zu tun. Da gibt es Essen zu kochen, Küche aufzuräumen, Nachmittagssnacks vorzubereiten, Spielrunden zu absolvieren … Einfach alles das, was andere Kinder im Kindergarten geliefert bekommen, wenn sie den ganzen Tag dort verbringen.
    Aber auch wir haben es nie bereut, uns für diesen Weg entschieden zu haben. Ich persönlich liebe es, meinen Haushalt selbst zu schmeissen. Da ist jeder anders, aber Vollzeitmama ist und bleibt für mich der beste, spannendste und schönste Job, den ich je hatte.
    Ach und zum Thema Förderung und der fehlende Umgang mit anderen Kindern: Mir wurde schon oft gesagt, wie unglaublich sozial mein Kind doch sei. Und sie ist erst mit 3,5 Jahren in den Kindergarten gekommen. Ich denke, dass das zum einen einfach eine Charakterfrage und zum anderen auch an der Erziehung liegt . Die enge und liebevolle Bindung, die ich zu meiner Tochter habe, bestätigt mir, alles richtig gemacht zu haben. (Na ja, niemand kann alles richtig machen, also korrigiere ich auf „das meiste“ 😉

    1. Liebe Kathrin, ich danke DIR für deinen lieben und langen Kommentar 🙂 Auch ich mache alles alleine, mein Mann geht früh aus dem Haus und kommt spät wieder, sodass er und die Kids sich nur am Wochenende sehen. Aber das sehen die meisten dann nicht, es wird nur die Frau gesehen, die sich zu Hause ein schönes Leben macht ;-). Und genau wie du schreibst – es fallen so viele Aufgaben an, die sonst der Kindergarten übernimmt. Ich glaube, wir sitzen allein täglich 2 Stunden am Tisch, hahahaha. Und allein die Essensvorbereitung plus Aufräumen nimmt eigentlich noch mal so viel Zeit in Anspruch ;-).
      Mal davon abgesehen, finde ich es einfach schade, dass es gesellschaftlich mittlerweile angesehener ist, wenn eine Mutter arbeiten geht als wenn sie sich dafür entscheided, zuhause zu bleiben. Vor ersterer ziehen viele ihren Hut „Oh, wie du das schaffst beides zu jonglieren. Toll“. Letzere, die manche Tage mit tobsüchtigen Kobolden verbringen muss, welche dann schlimmer sein können als jeder kollerische Chef, steht daneben und hat das Schild „Hausfrau“ um den Hals hängen.
      Aber am Ende des Tages ist es auch vollkommen egal, was andere sagen, hauptsache wir können aus vollem Herzen glücklich mit der Entscheidung sein 🙂

  2. Liebe Sandra,

    danke!! Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich finde es super, wie du klarstellst, dass es dir nicht um Vergleiche geht und auch nicht um Verurteilung, obwohl du eine starke Meinung zu dem Thema hast.
    Meine Gedanken und Gefühle hast du mit dem Artikel auf den Punkt gebracht.
    Ich möchte gerne noch mehr von dir lesen und würde mich auch gerne mit dir austauschen. Ich habe keine Vollzeitmamas im Freundeskreis.
    Ganz liebe Grüße
    Elena

    1. Liebe Elena, wow vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich freue mich wirklich sehr darüber.
      Mitte März kommmt ein zweiter Teil dieser Reihe online :-). Wenn du noch Sätze hast, bei denen du (innerlich) mit den Augen rollst, dann gerne her damit. Fände es ganz schön, die Reihe auszubauen. Ansonsten stelle ich jeden Montag einen neuen Artikel online. Mein baldiges Ziel sind zwei, aber da unsere Tochter ja tagsüber den Schlaf eingestellt hat, bleibt momentan nicht mehr allzu viel Zeit.

      Ich gebe mir aber größte Mühe und freue mich, wenn du wieder vorbei schaust 🙂

  3. Liebe Sandra,
    Auch ich bin Vollzeitmutter.
    Wir haben vier Kinder (wobei die Große am Wochenende 18 wird).
    Das nächste Kind wird bald sieben, die Zwillinge im April fünf.
    Ich bin gerne Hausfrau, ich liebe es , für meine Kinder da sein zu können. Wir haben uns bewusst für dieses Familienmodel entschieden.
    Vor allem tut es den Kindern gut.
    Die Große wurde ganz anders groß ( erst bei den Großeltern, den bei einer Tagesmutters dann Vollzeit Kindergarten und OGs). Ich will auf keinen Fall behaupten, dass es bei allen Kindern so läuft, aber ihr hat es nicht gut getan. Irgendwie fehlt die Bindung und das Vertrauen in die Kernfamilie.
    Mich stört am meisten, dass mein Mann mich mittlerweile kaum noch als ernsthaften Gesprächspartner betrachtet und mich kaum noch für voll nimmt.
    Mit dummen Kommentaren von Außenstehenden kann ich gut leben, aber wenn mein Mann vor Freunden behauptet, ich hätte ein wahres Luxusleben, weil ich mich jederzeit Mal aufs Sofa legen kann, dann werde ich echt böse.
    Im Gegensatz zu ihm habe ich keine betriebliche 90Min. Mittagspause.
    Ich habe wirklich nie härter gearbeitet als jetzt als Hausfrau und das meine ich Bitterernst.
    Auch wenn es wirklich Luxus ist, soviel Zeit mit den Kindern verbringen zu können, bin ich über Pausen davon nicht böse.
    Alles hat seine Schattenseiten, aber meine Kinder im Garten spielen zu sehen, ist mein großes Glück und jede Mühe wert.
    Laßt euch nicht unterkriegen!

    1. Liebe Rafaela, lieben Dank für deinen so ausführlichen und privaten Kommentar!
      Dass dein eigener Mann das so sieht ist wirklich hart. Das tut mir leid für dich! Vielleicht solltet ihr mal für einen Monat tauschen, dann würde er wohl nie wieder so reden ;-).
      Ich stimme dir vollkommen zu – die fehlenden Pausen sind das härteste ;-). Das ist auch genau das, was uns mehr Respekt einbringen sollte. Wir sind keine 5 Minuten am Tag alleine, selbst auf Toilette nicht,hahaha & haben keine Zeit mal durchzuatmen. Und trotzdem – es gibt nichts schöneres! Es gibt nichts schönere, als DIE Person im Leben der Kinder zu sein. Du hast Recht, nicht alle Kinder nicht gleich und nicht jedem Kind schadet ein früher Eintritt in den Kindergarten oder viele Stunden dort. Aber viel intensive Zeit mit der eigenen Familie auch nicht, im Gegenteil!

      Ich drücke dir die Daumen, dass dein Mann dir und deiner Arbeit mehr Respekt entgegenbringt und würde mich freuen, wenn du noch mal bei mir vorbei schaust. Liebe Grüße, Sandra

  4. Liebe Sandra,
    vielen Dank für deinen tollen Text! Es ist schön, von Vollzeitmamas zu hören (lesen) und sehr motivierend, dass du mit den Kommentaren Außenstehender so stark umgehen kannst.
    Bis vor 1,5 Wochen war ich in Elternzeit und auch zu hause und „nur“ Mama und Hausfrau.
    Was soll ich sagen, vor und während meiner Schwangerschaft dachte ich, das pack ich alles locker, hab ja den gaaaaanzen langen Tag Zeit. Kind, Haushalt und mein Pferd bekomme ich easy unter einen Hut.
    Als dann unsere Kleine geboren wurde, merkte ich sehr schnell, dass das so nicht wirklich klappte. Irgendwie hatte der Tag plötzlich nicht mehr genug Stunden um alles ordentlich und stressfrei darin unter zu bekommen. Und ich muss dazu sagen, dass unsere Tochter ein absolut unkompliziertes Kind ist.
    Nach einiger Zeit habe ich dann einfach gemerkt, dass ich nicht alles an einem Tag schaffen muss und es besser ruhiger angehen lassen kann.
    Den Haushalt habe ich seit dem immer zwischendurch gemacht, wenn halt grad Zeit dazu war. Das Pferd habe ich entweder während ihres Mittagsschlafs bewegt oder abends wenn sie im Bett war. (Steht bei uns zu Hause, also in Reichweite des Babyphones).
    Einmal die Woche steht noch Krabbelgruppe auf dem Programm und Spielverabredungen kommen meist auch nochmal dazu.
    Es war zwar hin und wieder trotz aller Gelassenheit echt anstrengend, alles zu vereinbaren und mich dabei nicht zu vergessen. Vor allem, wenn mal wieder irgendjemand (meist leider aus der Familie) sagte: „Du bist doch zu Hause und hast Zeit ohne Ende. Wieso schaffst du dies oder das heute nicht?“
    Aber es hat geklappt und ich war zufrieden damit. Vor allem den Luxus, meine Zeit frei einteilen zu können,( abgesehen von den Mittagsschlafzeiten) habe ich sehr genossen.
    Jetzt bin ich seit 1,5 Wochen wieder am arbeiten, 5 Stunden am Tag. In der Zeit ist unsere Tochter bei der Tagesmutter. Es gefällt ihr dort sehr gut.
    Ich bringe sie auf dem Weg zur Arbeit hin und hole sie auf dem Heimweg wieder ab. Mittagessen und Mittagsschlaf hat sie dann bereits bei der TM gehabt und ist fit und voller Tatendrang wenn wir nach Hause kommen. Eine Pause für mich nach der Arbeit gibt’s da nicht.
    Ich muss sagen, es gefällt mir so nicht. Ich vermisse die Zeit zu Hause mit meiner Kleinen die terminliche Ungebundenheit. Mir fehlt es, den Tag in unserem eigenen Tempo zu beginnen und frei zu entscheiden, was wir wann machen.
    Irgendwie fühlt sich jetzt alles hektischer an.
    Sicher, ich bin „erst“ anderthalb Wochen dabei und muss mich erst dran gewöhnen und meinen Tagesablauf neu einstellen. Aber eigentlich will ich das garnicht.
    Besonders im Sommer wenn das Wetter wieder super ist, wird mir meine Elternzeit fehlen. Auch wenn ich nur 5 Stunden im Büro bin.
    Leider können wir es uns nicht wirklich leisten, dass ich als Vollzeitmama zu Hause bleibe. Mein Mann hat seine Zeit als alleiniger Brötchenverdiener zwar genossen, aber nur unter dem Aspekt, dass sie endlich ist und ich irgendwann wieder mit verdiene.
    Ich hoffe nun, dass ich mich tatsächlich schnell an die neue Situation gewöhne und mir mein Bürojob bald wieder Spaß macht. Die Tatsache, dass meine Tochter sich bei der TM so wohl fühlt, macht es auf jeden Fall schon mal etwas einfacher.
    An alle Vollzeitmamas kann ich nur sagen: genießt es, so viel Zeit wie möglich mit euren Kindern zu verbringen und keine Minute zu verpassen. Das ist der größte Luxus überhaupt.
    Und alle, die dazu etwas negatives zu sagen haben, haben entweder keine Kinder und damit keine Ahnung oder wären eigentlich gern selbst Vollzeitmamas und sind nur neidisch. Ihr Mamas macht das super!
    Und danke dir, liebe Sandra, für deinen tollen und motivierenden Post. Es tut immer gut, vor Augen geführt zu bekommen, was mama alles leistet und dass mama sich das nicht vergessen sollte.
    Vielen Dank und weiter so

    1. Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. 1000 Dank für deinen so lieben und langen Kommentar. Dass ihr euch Zeit nehmt meine Texte zu lesen und dann auch noch (so lang) darauf zu antworten freut mich wirklich sehr! Umso mehr, dass dir mein Text so gut gefallen hat. Ich finde es schön zu hören, dass du die Zeit zu Hause mit eurer Tochter so genossen hast. Momentan entsteht bei mir oft der Eindruck, viele Mütter können nicht schnell genug wieder zur Arbeit zurück und genießen diese so kostbare Zeit mit den Kindern nur so halb. Dabei geht sie so schnell vorbei!
      Ich bin mir sicher, du wirst dich schnell mit der Situation anfreunden, auch wenn ich mir gut vorstellen kann wie du dich fühlst. Denn genau das ist das Tolle am Vollzeitmama-Dasei (neben der vielen Zeit mit dem Kind natürlich 😉 )– den Luxus, alles in Ruhe machen zu können. Aber in ein paar Wochen wird bei euch sicherlich auch etwas Ruhe einkehren bzw. mehr Routine.
      Eine Freundin von mir hat auch eine Teilzeitstelle mit 20 Stunden/Woche. Sie geht zwei Tage voll & einen Tag bis Mittags arbeiten. Die anderen zwei Tage verbringt sie zu Hause mit dem Sohnemann – vielleicht wäre das auch eine Option für euch? Ganz liebe Grüße, Sandra

  5. Auch ich habe diesen Artikel gelesen und fühlte mich angesprochen ein Kommentar zu schreiben. Ich bin Mama von zwei Jungs im Alter von 5 und 8 Jahre. Ich habe bei beiden Kindern nach einem Jahr wieder angefangen zu arbeiten, allerdings nur an 12 Stunden die Woche. Meine KInder wurden in dieser Zeit im familären Rahmen sehr liebevoll betreut bis sie mit drei jahren dannn den Kindergarten besuchten. Ich arbeite als Erzieherin und habe meine Kinder ganz bewusst erst mit 3 in einen Kindergarten gegeben.Zuhause in einem Umfeld einer Großfamilie sind meine Jungs liebevoll betreuut worden.
    Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich nur sagen, dass viele Kinder sehr gut sich in einer Kleinkindgruppe zurecht finden und dann auch vieles für sich mitnehmen. Aber es gibt auch Kinder die damit Probleme haben. Ich weiß das ich viel Glück habe in einer Großfamilie zu leben, in der meine Kinder nicht nur uns Eltern haben sonder auch viele andere Bezugspersonen haben. Nicht alle haben dieses Glück und sind auf Kindertagesstätten angewiesen. Und leider ist es nicht jedem finanzelle Möglich zu Hause bei seinen KIndern zu bleiben.
    Wichtig finde ich das wir Frauen aufhören müssen und gegenseitig das Leben schwer zu machen. Jede lebt ein anderes Leben und jede geht ihren Lebensweg so wie es jeweils möglich ist, und ich glaube es gibt keinen Mama die nicht das beste für ihre KInder und ihre Familie möchte!
    Auch ich kenne die neidvollen Kommentare von:
    >anderen Frauen die auch gerne arbeiten wollen
    >Frauen die mehr arbeiten wie ich, und gerne weniger arbeiten würden
    >älteren Frauen die früher es nicht so schön hatten wie ich weil ich heute Familie und Beruf unter einen Hut bringen kann
    >und kinderlosen Frauen, die meinen ich hätte das große Los gezogen weil ich Mutter bin und nur so wenig arbeiten muss!!
    Und jetzt mal ehrlich gesagt mich kotzen diese Kommentare!
    Ich lebe so wie es für mich und meine Familie möglich ist und kann nur jeder Mama raten es genauso zu tun wie sie es für richtig hält. Nur das ist der einzig richtige Weg! Und dann ist es egal ob man Vollzeitmama oder Berufstätige Mama ist!!

    1. Ganz lieben Dank für deinen Kommentar! Du hast vollkommen Recht, wir Eltern sollten aufhören ständig Kritik an anderen Eltern zu üben.
      Das war auch gar nicht meine Absicht. Wie geschrieben, ich stehe auf der Seite der Vollzeitmütter und kann halt auch nur über diese Seite schreiben und versuchen, mit Vorurteilen aufzuräumen. Da es viel mehr Artikel darüber gibt, warum es gut ist als Mutter (früh) wieder arbeiten zu gehen, habe ich mir gedacht, es kann doch auch mal Artikel der anderen Seite geben, warum es eben auch sehr schön ist zu Hause zu bleiben 🙂 Ganz liebe Grüße, Sandra

  6. Hallo, das ist ein sehr wahrer Bericht! Ich bin gerade gestern wieder von einem weinenden, kranken Kind im Kindergarten darauf aufmerksam gemacht worden, wie gut es ist bei den Kindern zu Hause sein zu können. Ich bin unendlich dankbar niemandem Rechenschaft zu geben, warum mein Kind schon wieder krank ist (mein Kind hustet heute auch – Hurra).

    1. Ja das stimmt, das ist eines der großen Vorteile – kranke Kinder können einfach zu Hause bleiben und sich in Ruhe auskurieren. Es ist natürlich nicht immer möglich, Kinder bei jedem Husten zu Hause zu lassen wenn einem der Arrbeitgeber im Nacken sitzt. Aber wenn ich kranke Kinder im Kindergarten sehe, dann tun sie mir doch immer schon richtig leid.

  7. Hallo ein so toller Beitrag ❤️ Ich bin seit 2009 Vollzeitmama und seit 2012 von zweien Ich habe mich in allen Punkten wieder entdeckt und ich freue mich immer wieder von der aussterbenden Gattung “ Vollzeitmama“ zu lesen
    Liebe Grüße

    1. Vielen Dank für dein Kompliment. Es freut mich, dass der Artikel dir so gut gefallen hat. Auch wenn es manchmal ganz schön an die Substanz gehen kann ist es das absolut schönste auf der Welt, die Kinder in den ersten Jahren so eng begleiten zu können <3.

  8. Hallo ihr Lieben,
    Dieser Artikel beschreibt meine Gedanken in Worte ich (26 Jahre ) habe drei Kinder. 5, 2 und 1 Jahr. Der 5 jährige geht seit er fünf geworden ist in den Kiga. Ich wurde von einigen sogar angeblafft als er 1 geworden ist, warum ich ihn nicht in die Kita schicke. Da gab es noch das Betreuungsgeld welches ich bezogen habe. Und dann hieß es: mit dem Betreuungsgeld könnte man neue Spielsachen für den Kiga kaufen und und und….. Ich will mich nicht dafür rechtfertigen meine Kinder soweit möglich zu Hause zu lassen. (habe als kleines Kind selbst schlechte Erfahrung mit dem kiga gemacht was mich wohl dazu veranlasst meine Kinder so spät wie möglich hin zu schicken)
    Ich genieße die Zeit wo die Kinder zu Hause sind und ich mich mit ihnen beschäftigen kann. Ich vermisse den großen wenn er den halben Tag weg ist. Er hilft sehr viel mit im Haushalt und die Mädels gucken bei ihm ab. Außerdem bring ich kein Kind auf die Welt um es dann von Anfang an von anderen erziehen zu lassen…. (Auch so ein Argument welches ich mir anhören musste…) und nur damit ich arbeiten gehen kann um damit dann den Kiga zu bezahlen… Bisschen unsinnig ist es schon oder?? Naja. Jetzt ist erstmal Nummer 4 unterwegs und ich kann es kaum erwarten die Zeit mit meiner wunderbaren kleinen Familie zu genießen
    Ganz liebe Grüße und lasst euch nicht unterkriegen. Ihr müsst euch vor niemanden rechtfertigen
    Eure Monika

    1. Wie toll, so eine große Familie. Ich wünsche euch schon mal eine schöne Kennenlernzeit wenn es soweit ist <3. Ja genau, ich möchte die ersten Jahre mit den Kindern bewusst genießen. Da passiert einfach am meisten und diese schöne Zeit möchte ich nicht missen. Dafür verzichten wir gerne. Lieben Dank für deinen so langen Kommentar und alles Gute als 6-köpfige Familie!

      1. Ja es tut gut zu lesen, dass auch andere ähnliches denken haben wie ich und man damit nicht alleine steht. Ich werde oft komisch angeguckt wegen meiner Entscheidung so früh so viele Kinder zu haben… Aber mir ist das egal. Ich genieße es richtig und es erfüllt mich mit Stolz wenn ich mit unserem Caddy maxi durch die Gegend fahre und so viele Kindersitze im Auto sind
        Es ist jedem seine eigene Entscheidung und ich finde deswegen sollte man nicht verurteilt werden. Wenn sich jm entschließt erst mit 40 sein erstes Kind zu bekommen ist auch das vollkommen in Ordnung. Nur sollte man nicht Vorurteilen. Ich bewunder dich, dass du Zeit findest einen Blog zu schreiben
        Und ich finde es echt super dass du diese Gedanken mal los geworden bist. Wie du sehen kannst, sind viele deiner Meinung und es sollte einfach viel offener darüber gesprochen werden dürfen ohne gleich ein Vorurteil ins Gesicht geknallt zu bekommen.
        Danke nochmal ganz herzlich für deinen Beitrag

  9. Liebe Sandra,
    ich habe deinen Beitrag so gefeiert!!!!!! Ich, Mutter von 2 Kindern die genau 2 Jahre auseinander sind, muss mich immer wieder rechtfertigen warum ich um Gotteswillen 3 Jahre Elternzeit genommen habe:-)
    Bei uns ist es wie bei euch, wir machen das/ haben das so entschieden zuhause zu bleiben, weil es sich einfach richtig anfühlt…
    Also das beste war dein Satz, die denken wir schließen uns 3 Jahre ein, und lassen unsere Kinder zum ersten Mal raus!!!!! Gröhl….
    ich habe jetzt,wo Lina fast 3 Jahre alt ist, so viel Erfahrung als Event-Manager ( für kl. Kinder ) das ich beruflich umschulen könnte.
    Schwimmen, Baby-Treff, Privater Kids-Treff, Delfi, Turnen ….. also ich kann bestätigen das auch meine Kinder keine Langeweile haben.
    Was mir aber aufgefallen ist , ja okay Kinder sind alle anders, aber die Kids die mit 1 Jahr schon in die Betreuung gegangen sind ( eins sogar mit 10 Monaten ) die wissen zwar wie man sich durchsetzt und die Ellenbogen benutzt. Aber leider ( finde ich …) haben diese Kids auch 0 Empathie .
    Und das find ich ganz ganz schrecklich !!!!!!!!
    Meine Kinder wissen das man nicht einfach auf jemanden losgeht, das man z.B. mit Babys oder Tieren vorsichtig umgeht. Kinder können schon echt gemein und fiese werden.
    Also wir haben unseren Beitrag für die Gesellschaft getan. Meine Kinder haben Respekt vor anderen.
    Ach ja sorry fürs Abschweifen!

    Lieben Gruß Marion

  10. Moin,
    meine Kinder sind mitlerweile 22, 20 und 12…durch Umzüge und fehlende Kinderbetreuung habe ich: zwei Jahre gearbeitet, dann für die Großen 7 Jahre nicht gearbeitet (beide bekamen erst mit 4 überhaupt einen Kindergartenplatz), dann wieder angefangen und wegen der Probleme unseres großen Sohnes wieder ausgesetzt. Dann für den Kleinen nochmal 3 Jahre ausgesetzt. Ich habe also erst mit 41 wirklich wieder angefangen zu arbeiten – natürlich in Teilzeit… die Kinder brauchen Eltern nicht nur wenn sie klein sind, sondern auch – besonders – wenn sie größer werden…in die Pubertät kommen. Außerdem kann man spätestens nach Schuleintritt nachmittags nichts anderes tun, als Freizeit organisieren und Hausaufgaben betreuen, da es viel zu wenige Schulhorte gibt.
    Wie kann es sein, dass die gut ausgebildete liebevolle Frau als Mutter das eine oder die 2 Kinder zuhause nicht optimal erziehen kann, aber in der Einrichtung eine ERzieherin mit 5-10 Kindern plötzlich diejenige ist, die Alles besser kann? – Es gibt bestimmt Kinder, die vom frühen Kitabesuch profitieren, aber Psychologen sagen, dass die sichere Bindung und Liebe in den ersten 2 – 3 Jahren wichtiger sind als Bildungsangebote.
    ABER: Unsere Gesellschaft tickt anders. Mit wird schlecht, wenn ich an meine winzige Rente denke. Und bei einer Scheidung geht es dem Elternteil mit den Kindern richtig mies. Der Gesetzgeber sieht vor, dass Mütter ab dem 6. Lebensjahr des jüngsten Kindes voll arbeiten können.
    Deshalb habe ich viel Verständis für Mütter, die nach einem Jahr wieder einsteigen – die meisten wollen nicht sondern müssen. Sie können dem finanziellen und gesellschaftlichen Druck nichts entgegensetzen.
    Wichtig wäre größeres gegenseitiges Verständnis.
    Liebe Grüße an alles Vollzeitmütter ob mit oder ohne Erwerbstätigkeit – denn Mutter bin und bleibe ich 24 Stunden am Tag.

    1. Vielen Dank für deinen so ausführlichen Kommentar und die privaten Einblicke.

      Du hast vollkommen Recht – es wird Frauen nicht leicht gemacht, zu Hause zu bleiben (Rente & Co.), genauso wenig wie es ihnen leicht gemacht wird Arbeit und Kind gut unter einen Hut zu bringen.

      Es geht mir mit dem Artikel auch überhaupt nicht darum, die erwerbstättigen Mütter „schlecht“ zu machen oder zum Ausdruck zu bringen, dass ich kein Verständnis habe.

      Jeder hat sein Päckchen zu tragen & wir nehmen uns oft viel zu schnell raus über jemanden zu urteilen. Sei es äußerlich oder charakterlich.
      Bei Müttern ist das ganz besonders schnell der Fall. Egal was sie machen, es gibt immer eine Gegenfraktion die es anders aka. besser macht.

      Wie gesagt, hier geht es nicht um eine Gegenüberstellung oder einen Vergleich. Hier geht es nicht darum, zu sagen was besser ist. Es geht um MEINE Position als Vollzeit- also Nicht-Erwerbstätige-Mutter. Und auf was für Aussagen ich in den letzten 5 Jahren so gestoßen bin.
      Dass ich ein Freund davon bin, so lange wie möglich bei den Kindern zu bleiben – das ist denke ich klar ;-). Dass das nicht immer möglich ist, ist mir auch vollkommen bewusst!!! Aber wie gesagt, darum ging es mir auch nicht :-). Liebe Grüße, Sandra

  11. Vielen Dank für deinen erheiternden Bericht.
    Ich bleibe ebenfalls zu Hause, bis mein (jetzt 18Monate alter) Sohn vormittags in den Kindergarten geht. Allerdings unterscheidet uns eine Sache: Wenn ich ganz ehrlich bin, ist mir doch oft langweilig und mir fällt die Decke auf den Kopf. Da kostet es mich viel Überwindung mir etwas neues Spannendes für meinen Sohn auszudenken. Warum schreibe ich das? Weil ich es wichtig finde, dass die Leute mit Ihren Vorurteilen erfahren, dass wir uns nicht den leichtesten Weg ausgesucht haben, sondern den Weg, den wir als am Besten für unsere Kinder empfinden. Für mich wäre es einfacher eine 40Stunden Woche im Büro zu verbringen und einem Erzieher die „Arbeit“ zu überlassen. Dann hätte ich die Gelegenheit, um meinen heißen Kaffee zu trinken und mal nur für mich zu sein. Allerdings könnte ich mit dem Gedanken nicht leben, dass mein Sohn in den ersten drei Jahren – den wichtigsten Jahren in seiner Entwicklung – nicht die Aufmerksamkeit und Liebe bekommt, die er braucht. Erzieher und Tageseltern machen einen super Job, aber ich bin davon überzeugt, dass jedes Kind in den ersten Jahren in erster Linie seine Eltern braucht.
    Wir bleiben also nicht zu Hause, weil wir faul, arbeitsscheu und Glucken sind, sondern weil wir unseren Kindern ein Grundbedürfnis erfüllen wollen, das leider nur noch sehr wenigen Kindern gewährt wird.

    1. Danke, danke, Danke für diesen Kommentar! Wirklich! Das ist nämlich ein Punkt, der mir für Teil No.3 im Kopf rumschwebt. Dass wir es nicht immer genießen zu Hause zu sein. Und ich finde es toll, dass du das schreibst. Es heißt oft so schön „Für mich ist es einfach nichts, mich 24/7 um mein Kind zu kümmern“. Und dann denke ich mir „Ja meinst du denn für mich?“.
      Ja – ich bin gerne zu Hause und mit fällt selten die Decke auf den Kopf. Ich wünsche mich nur selten in ein Büro. Aber es gibt Tage (manchmal mehrere hintereinander), da möchte ich am liebsten raus. Da kann ich den 10. Trotzanfall nicht mehr etragen und ich habe keine Lust, das 5. Mal das selbe Spiel zu spielen oder den 4. Tag hintereinander auf Knien rutschend Autos hin- und her zu schieben. Nur weil wir Vollzeit zu Hause sind, heißt es noch lange nicht, dass es uns Vollzeit Spaß bereitet ;-). Dein Sohn ist noch klein, aber warte mal bis er etwas älter ist. Dann wirst du soooo froh sein, diese Zeit mit ihm gehabt zu haben. Unser Großer wird bald 5 und langsam fängt die Zeit an, in der er mich im Alltag nicht mehr so stark braucht wie noch vor ein paar Monaten.

      „Wir bleiben also nicht zu Hause, weil wir faul, arbeitsscheu und Glucken sind, sondern weil wir unseren Kindern ein Grundbedürfnis erfüllen wollen, das leider nur noch sehr wenigen Kindern gewährt wird.“. Mehr brauche ich dazu wirklich nicht zu sagen. Ganz liebe Grüße, Sandra

  12. Hallo, ich musste herzlich lachen, denn ich kenne mittlerweile beide Seiten. Nach der Geburt unserer Tochter bin ich nach 6 Monaten wieder Vollzeit zum Arbeiten und wir sind aufs Land gezogen. Ich wurde böse angesehen als ich es nach sechs Wochen das erste mal meine Tochter von der Kita abholen konnte. Das ist also die karrieregeile Mutter, die ihr Kind fremdbetreuen lässt und dann muss sich auch noch der Vater kümmern…. Zu Aktivitäten wie Basteln für den Weichnachtsmarkt oder kollektives Kuchenbacken wurde ich gar nicht eingeladen, das haben die Vollzeitmuttis immer unter sich ausgemacht. Ebenso was sonst so in der Kita läuft oder auch nicht. Vorschläge oder Einwände einer anderen arbeitenden Mutter und mir wurden am Elternabend überhört oder mit einem Lächeln beiseite geschoben. Kam man doch mal mit einer Mutter ins Gespräch war die erste Frage „wie schaffst du das mit Kind und Beruf“ und im Anschluss gaben sie sich selbst die Antwort „ich würde das gar nicht aushalten so lange von meinem Kind getrennt zu sein, ist glaub ich auch nicht gut im ersten Jahr, das Kind gehört da zur Mutter“. Solche Aussagen haben mich anfangs tief verletzt, denn ich war lange in der Großstadt und da herrscht eine andere Akzeptanz was das Thema angeht. So wurde mir das Gefühl gegeben eine schlechtere Mutter zu sein nur weil ich eben nicht nur Mutter sein wollte. Hier ist es üblich, dass Frauen mindestens drei Jahre zuhause bleiben und dann maximal zwei Vormittage arbeiten. Davon abzuweichen wird sofort kritisiert. Dann änderte sich alles, ich wurde schwanger und bekam sofort ein Beschäftigungsverbot. Von da an war ich dann das Weichei, das sich in der Schwangerschaft vor der Arbeit drückte. Als ich dann noch sagte, ein Jahr in elternzeit zu gehen kam von mehreren Seiten Kritik. Vom Chef, den Vollzeitmuttis, etc. Ich muss dazu sagen, ich bin Ärztin. Mir wurde dann vorgehalten, dass es doch viel zu wenig Ärzte gäbe und das doch sehr egoistisch von mir sei 😉 Zudem habe es ja beim ersten Kind toll mit der Entwicklung geklappt dann wird das beim Kind nr.2 sicher auch so. Also egal wie, man kann es keinem recht machen, also mache ich es so wie ich will 😉 Schön fände ich insgesamt mehr Toleranz für die Lebensweise und Entscheidungen anderer. Egal ob nun Vollzeitmutti oder Berufstätig, dahinter stehen individuelle und meistens wohl überlegte Entscheidungen und diese gilt es ganz einfach zu respektieren. Generell ist das gerade aber auch sehr in Mode anderen vorzuschreiben wie sie zu leben, zu erziehen oder mit ihrer Zeit umzugehen haben. Von daher ein schöner Artikel, der anderen auch mal eine andere Perspektive aufzeigt 🙂

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