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Werte, die wir unseren Kindern vermitteln wollen

16. Oktober 2017
kleinesbisschen henry und lina kuss geschwisterliebe

In den letzten vier Jahren als Mutter habe ich mich oft gefragt was angeboren und was erlernt ist. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der Charakter definitiv angeboren ist. Unser Verhalten allerdings ist erlernt. Wie hier erwähnt ist unser Sohn ein schüchterner Junge. So ist nun mal sein Charakter und er wird lernen müssen damit umzugehen bzw. die Schüchternheit nach und nach abzulegen. Er ist schon um einiges besser geworden, er spricht viel offener mit anderen Menschen. Sein Verhalten hat sich verändert – er lernt. Und genauso geht es uns auch mit den Werten. Manche mögen angeboren sein, viele werden im Laufe des Lebens erlernt. Bei dem einen steht Ehrlichkeit ganz oben, der nächste legt mehr Wert auf Disziplin. Werte, die wir unseren Kindern vermitteln wollen sind folgende:

Selbstwertgefühl

Auf dem Bild, das wir von uns selbst haben baut alles andere um uns herum auf. Davon bin ich ganz fest überzeugt. Gerade in der heutigen Zeit wird es unseren Kindern allerdings nicht leicht gemacht ein positives Selbstbild von sich zu erhalten. Meine eigene Jugend ist noch nicht lange her und doch war vieles  gefühlt anders als heute. Einfacher & unkomplizierter. Und trotzdem plagte auch mich manchmal der Selbstzweifel. Das ist auch vollkommen normal und auch ein Stück weit wichtig um sich selber zu finden und sich wohl in seiner Haut zu fühlen. Aber eben nur ein Stück weit.

Das ist auch genau der springende Punkt – wir alle sollten unseren Kindern vermitteln, dass sie so bleiben können, wie sie sind. Dass sie tolle Menschen sind und sich ohne Wenn und Aber selber lieben können. Ich möchte damit nicht sagen, dass Kinder keine Macken, keine schlechten Eigenschaften haben. Aber auch diese gehören zu jedem Menschen dazu und machen sie zu dem, der er ist.

Es ist ein langer Weg und es wird nicht immer einfach sein, aber ich hoffe, dass wir es schaffen unseren Kindern nicht nur zu zeigen, dass wir stolz auf sie sind, sondern auch, dass SIE SELBST immer stolz auf sich sein können. Dass sie sich am Ende der Reise des Erwachsenwerdens in den Spiegel gucken und sagen können“Ich bin nicht perfekt und arbeite täglich an mir, aber ich mag mich. Ich mag, was ich sehe und ich mag, wie ich bin“.

Selbstreflexion

Unsere Kinder sind für uns perfekt so, wie sie sind. Das heißt aber nicht, dass sie fehlerlos sind. Im Gegenteil ;-). Der Herbstjunge hat den Drang zum Leiden und das Steinbockmädchen kann eine uuuuuunglaubliche Zicke sein. (Um nur je ein Beispiel zu nennen.)

Neben einem positiven Selbstwertgefühl möchten wir ihnen beibringen, sich selbst ein wenig kritisch zu betrachten. Die eigenen „negativen“ Eigenschaften zu kennen ist wichtig. Ich finde, dass man so leichter durchs Leben gehen kann, wisst ihr was ich meine? Man fühlt sich nicht so schnell angegriffen und geht nicht direkt auf Abwehrhaltung. Wenn wir alle ein bisschen mehr Selbstreflexion an den Tag legen würden wäre der Umgang miteinander um einiges einfacher.

Toleranz und Offenheit

Ein für mich ganz, ganz wichtiger Punkt. Ich finde wir Menschen sind unseren unbekannte Mitmenschen viel zu intolerant. Wir schauen uns einen Menschen kurz an und denken genau zu wissen wie er ist. Arrogant, asozial, schlampig, nerdig oder undiszipliniert.

Aber wisst ihr was – wir kennen diese Personen einfach nicht. Vielleicht haben sie einfach einen schlechten Tag. Oder sie sehen immer so aus, sind aber herzensgute Menschen.

Gelehrt hat mich das vo rallem mein Vater. Er ist einfach JEDEM gegenüber tolerant. Einfach jedem. Er ist derjenige, der sich stundenlang mit dem zahnlosen Obdachlosen unterhält oder dem knallharten Geschäftsmann ein Lachen entlockt. Einfach, weil er überhaupt nicht voreingenommen ist. Auch ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich denke „Ach herrje, wie sieht die denn aus? Hat sie keinen Spiegel zu Hause??“ Aber im Grunde kann ich von mir behaupten, dass es mir vollkommen egal ist, wie jemand aussieht, welchen Haarschnitt oder welche Kleidung er trägt. Jedem das seine.

Und genau das ist es, was ich bzw. wir den Kindern vermitteln wollen – urteilt nicht vorschnell! Gebt jedem die gleiche Chance. Ob dem Mädel mit der Gucci Tasche, dem Punker mit den grünen Haaren oder dem komplett in Schwarz gekleideten Metlar. Macht euch nicht zuviele Gedanken um das äußere Erscheinungsbild, sondern um den Menschen der darunter steckt.

(Tolerant gegenüber anderen fällt uns Menschen übrigens auch viel leichter, wenn wir zufrieden mit uns und unserem eigenen Leben sind. Wo wir wieder beim eigenen Selbstwertgefühl und der Selbstreflexion wären.)

Respekt

Ein Wert, der meiner Meinung nach ziemlich leicht zu verinnerlichen sind. Tretet anderen gegenüber immer freundlich auf und seid höflich. Erweist eurem Gegenüber Respekt, egal ob Mensch oder Tier. Verurteilt nicht vorschnell und behandelt niemanden, wirklich niemanden, von oben herab!

Oft habe ich das Gefühl der Respekt der Menschen ist irgendwo verlorengegangen. Vielleicht kommt es durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit, vielleicht auch durch eine Veränderung im Erziehungsstil.

Aber ich sage euch – mit Respekt zu leben ist wirklich nicht schwer! Im Alltag zum Beispiel zählen hier die kleinen Gesten – Bitte, Danke, das Aufhalten einer Tür, jemanden mit nur wenigen Artikeln an der Kasse vorbeilassen, einer alten Dame den Sitzplatz in der Bahn anbieten oder einfach nur lächeln. Und schon ist es getan. Wirklich kein Hexenwerk, oder? 🙂

Ehrlichkeit

Ehrlich zu sein ist nicht immer leicht. Schnell flunkern wir uns doch mal eine kleine Notlüge zusammen da es in dem Moment einfacher erscheint. Finde ich auch überhaupt nicht schlimm. Ein Moralapostel und perfekt bin ich nämlich noch lange nicht. Ich tue es ja selber.

Am Ende des Tages lebt es sich aber um einiges entspannter, wenn die Ehrlichkeit vorherrscht und nicht die Lüge. Vor allem dann, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind. Das passiert nämlich noch viel öfters – dass wir uns selbst anschwindeln. Vergangenes anders wahr nehmen oder einen Streit so ummodeln, dass der andere die ganze Schuld trägt.

Und wenn wir das schaffen – ehrlich zu uns selbst zu sein – ist es auch viel einfacher anderen mehr Ehrlichkeit entgegenzubringen.

Weitere Werte

Natürlich gibt es noch weitere wesentliche Werte wie zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein, Höflichkeit, Verzeihen und nicht nachtragen, Begeisterungsfähigkeit, Fleiß, Dankbarkeit, Gelassenheit, Loyalität, Neugier oder Optimismus. Sie sind für mich genauso wichtig die wie oben genannten, möchte euch aber weitere 1.000 Worte ersparen ;-). Im Grunde erklären sich ja auch von selbst, bei den ersten war es mir ein Anliegen das WARUM aufzuzeigen.

Wie vermitteln wir diese Werte denn jetzt überhaupt? Darüber könnte ich natürlich auch einen ganzen Blogartikel verfassen, aber im Grunde ist es ganz einfach und mit einem Satz gesagt. Wir leben sie vor und schränken unsere Kinder in ihrer Entwicklung nicht lassen. Lassen sie so vor die Tür gehen wie sie möchten. Nehmen ihre Meinungen ernst und bauen ihnen rechts und links kleine Orientierungsmauern, über die sie gerne mal fallen & die sie gerne mal einreißen dürfen.

Welche Werte wollt ihr euren Kindern mit auf den Weg geben? Sind die ähnlich den oben genannten oder ganz anders? Ich bin gespannt!

 

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