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Unsere Kinder leben im Klamotten-Überfluss

2. Oktober 2017
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Ich befinde mich seit Mitte September in einer Art Schockstarre. Wir waren mal wieder auf dem Trödelmarkt, um Sachen von uns und den Kindern zu verkaufen. (hier habe ich übrigens vor ein paar Wochen über Verkaufsmöglichkeiten von Kindersachen und unsere persönlichen Erfahrungen geschrieben).

Die Menge an Sachen, die da zusammen kam, war nicht mehr feierlich. ACHT Kisten, zwei Tüten und noch jede Menge Kistenlose Dinge. PLUS zwei Kartons, die direkt gespendet wurden. Es handelte sich dabei wohlgemerkt zu 80 % um Kinderkleidung!!!

Da möchte man doch meinen, man könnte in den Kleiderschränken eine optische Veränderung wahrnehmen. Pfff, Pustekuchen! Es sieht bei uns keinen Deut leerer aus. Keinen. Denn – wir leben schlichtweg im Klamotten-Überfluss. Was uns, meinen Mann und mich, betrifft, hält es sich in Grenzen. Mein Mann ist ziemlich bescheiden. Er shoppt gerne und hat Spaß an Mode, aber für ihn reicht der zwei-bis dreimal jährliche Großeinkauf. Auch in meinem Schrank hängen bei weitem nicht mehr so viele Teile wie früher. Und das Wichtigste – es kommt nicht mehr allzu viel hinzu. Habe ich bis vor vier Jahren noch wöchentlich neue Kleidung in den Schrank gestopft, so beschränkt es sich heute auf maximal einmal pro Monat.

Unser Problem stellen also ganz klar die Kleidungsstücke der Kinder dar. Ich habe eigentlich gedacht, wir würden auch hier bedacht kaufen. Aber wenn ich mir die Massen an Sachen anschaue, die in Kisten darauf warten neue Besitzer zu finden…da merke ich ganz klar, wie falsch ich lag. Vor zwei Wochen habe ich die Sommersachen aussortiert und beim Herbstjungen FÜNFUNDDREIßIG!!! T-Shirts aus dem Schrank gefischt. Er hätte also über einen Monat jeden Tag ein neues Shirt anziehen können. Was er natürlich nicht getan, sondern nur seine zehn liebsten getragen hat ;-). Beim Steinbockmädchen war es nicht so schlimm, dafür ist sie schon komplett mit Herbst- und Wintermode eingedeckt.

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Das ist die Herbstmode des Steinbockmädchens. Es ist ALLES „alte“ Kleidung ohne neue Einkäufe. Damit kommt sie locker bis zum Frühjahr aus!

Woran liegt das? Bei mir zum einen an den Zwischendurchkäufen und zum anderen ganz eindeutig an den übertriebenen Onlinekäufen. Ich kaufe noch nicht mal so häufig (daher konnte ich mich wahrscheinlich  selbst so gut betuppen) aber wenn, dann rieeeesige Maßen. Beispiel: Der Herbstjunge braucht neue Jeans. Also schnell die H&M App aufgemacht, Jeans in den Warenkorb gelegt und schnell auschecken. Aber warte, nur kurz noch bei den anderen Produkten gucken. Und bei den Mädchen. Und….

Tja, so landen dann schnell mal 20 Teilchen im Korb. Ooppsss. Aber na ja, ich kann es ja zurückschicken. Hmm, ist klar. Denn meist gefällt alles und bleibt. Die noch zu großen Sachen natürlich auch – da „können sie ja rein wachsen“… Schon haben wir das Dilemma.

Also stapeln sich hinten im Schrank schon die Kisten für die kommende Saison alias die zu großen (oder im Sale gekauften) Sachen. Passen diese dann, begnüge ich mich natürlich nicht mit der schon vorab gekauften Kleidung. Da fallen mir ganz unverhofft noch weitere ach so niedliche und coole Sachen in die Hände. Und das, obwohl ich mich schon oft zurückhalte. Wie gesagt, ich war der Meinung, recht bedacht zu kaufen. Aber da scheine ich mich wohl selbst etwas angeschwindelt zu haben. Oopps.

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Herbstgarderobe des großen Bruders. Mal abgesehen von Hosen ist auch er komplett ausgestattet.

Wir leben im Überfluss und wollen trotzdem immer mehr kaufen. Immer mehr haben. Immer mehr besitzen.

Schon vor dem Trödelmarktbesuch war mir bewusst, dass wir im vollkommenen Überfluss leben und viel zu viel besitzen. Wie gesagt, wir haben unser Konsumverhalten schon recht gut eingeschränkt, aber immer mal hier und da etwas gekauft. Diese vermeintlich kleinen Käufe zwischendurch summieren sich am Ende  zu einer ganz schönen Summe. Sowohl monetär als auch in Masse.

Das ist auch ein Stück weit in Ordnung, dafür arbeiten mein Mann und ich sehr hart und es macht ja auch Spaß, sich und den Kindern Sachen zu gönnen. Aber ich bin wirklich schockiert. Schockiert über mich und vor allem darüber, dass mir überhaupt nicht bewusst war, was wir angehäuft haben. Wir kaufen einfach und kaufen und kaufen. Ohne groß drüber nachzudenken. „Ach, nur 10€? Dafür nehme ich es aber mit“. (10€ für die jemand anderes alles geben würde, weil er damit seine Familie ernähren könnte. Wahrscheinlich eine Mutter, die 15 Stunden am Tag schneidern muss damit wir möglichst alles haben können).

An diesem ungesunden Verhalten möchte ich etwas ändern und fange diesen Winter damit an.Wie gesagt, ich finde es vollkommen in Ordnung, nicht nur das Minimum an Kleidung zu besitzen, sondern auch etwas zu viel. ABER ich möchte wieder mehr darüber nachdenken, was gekauft wird. Ich möchte noch bewusster shoppen. Natürlich brauchen Kinder recht viel Kleidung. Je nach Alter geht ein Outfit pro Tag drauf. Essensflecken, Dreck & Co. sind normal und müssen sein. Aber das rechtfertigt noch lange keine FÜNFUNDDREIßIG T-Shirts. Da reichen doch auch die Hälfte, oder? (Und das ist immer noch mehr als genug.)

Ich habe mir für den Rest des Jahres  striktes Onlineshopping-Verbot erteilt. Wenn ich etwas brauche, muss ich halt in die Stadt fahren.

Das ziehe ich seit Anfang September durch und es klappt erstaunlich gut. Nach anfänglichen Entzugserscheinungen (Ja wirklich! Plötzlich sah ich nur noch schöne Sachen und hatte Panik, dass es SO etwas Schönes in ein paar Monaten nicht mehr geben wird. Etwas verrückt, ich weiß) war es wirklich nicht schwer, abstinent zu bleiben. Außerdem habe ich den September über nichts gekauft, was nicht wirklich gebraucht wurde. Weder für uns noch für die Kinder. (Witzig, dass ich dadurch gar nichts gekauft habe, oder? Denn es wurde einfach nichts dringend gebraucht…)

Beides lief  so gut, dass ich es auf Oktober & November ausdehnen möchte. Allerdings nicht ganz so drastisch – die Kinder werden zum Beispiel Winterschuhe brauchen oder ich eine neue Winterjacke. Trotzdem, der Grundturnus soll erhalten bleiben und vielleicht schaffen wir es ja die Schränke und Kellerräume langsam aber sicher zu leeren.

Und wisst ihr was? Die Kinder tragen trotzdem immer tolle Outfits. Auch wenn sie nicht aktuell und die Sachen teilweise schon mehrere Monate als sind ;-). Na ja gut, zumindest das Steinbockmädchen. Der Herbstjunge trägt meist entweder seinen Karnevals-Superheldenanzug, kurze Hose über langer plus Stulpen. Aber WENN ich noch Mitspracherecht beim Outfit habe, ja dann gefällt es mir ausgesprochen gut ;-).

Wie steht ihr zu dem Thema? Haben eure Kinder viel Auswahlmöglichkeit beim Anziehen? Oder kauft ihr recht sparsam? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

 

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