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Brauchen Kinder Geschwister?

25. September 2017
kleinesbisschen familie nach geburt

Wir waren lange nicht sicher, ob wir noch ein zweites Kind bekommen oder ob es beim Herbstjungen bleiben sollte. Ich wollte eigentlich immer zwei Kinder haben – erst einen Jungen, dann ein Mädchen. (Weil das Geschlecht auch so gut planbar ist ;-).)

Doch durch meinen Mann kam mein Bild ins Schwanken. Er wollte kein zweites mehr, er war vollkommen zufrieden mit unserem kleinen Jungen. Zunächst passte ich mich dem an und war glücklich mit unserer Entscheidung. Doch dann wurde eine Freundin erneut schwanger und der Wunsch nachzuziehen wuchs immer stärker. Es kam, wie es kommen sollte und unser Steinbockmädchen wurde knapp 2,5 Jahre nach unserem Sohn geboren. Jetzt, fast 2 Jahre danach stelle ich mir die Frage – brauchen Kinder Geschwister? Oder wäre unser Sohn genauso glücklich als Einzelkind gewesen?

Im Studium waren wir eine Gruppe von fünf Mädels. Drei hatten Geschwister, zwei nicht. Eine von den Einzelkindern war anfangs etwas schwierig und oft haben wir gedacht „Typisch Einzelkind“. Sie konnte schlecht im Team arbeiten und immer musste alles so laufen, wie sie es wollte. Wenn nicht, kam die Zicke raus. Kritik konnte sie nicht vertragen, wir anderen merkten, wie sehr ihre Eltern sie verhätschelt hatten. (Natürlich war sie trotzdem eine tolle Person, sonst wäre sie nicht meine Freundin gewesen.) Die andere Einzelkind-Freundin war allerdings nicht so. Sie war „wie wir“.
Stimmt der Satz „Typisch Einzelkind“ also gar nicht? Kommt es einfach auf die Art und Weise der Erziehung an? Ja, klar. Es kommt meist auf die Art und Weise der Erziehung an. Genau wie Eltern von mehreren Kindern nur verwöhnte Blagen haben können, können Eltern von nur einem Kind ein genügsames großziehen.

Aber nehmen wir mal den Fokus von den Eltern und legen ihn auf die Geschwister.

Auf die Verbindung zwischen Geschwistern, auf deren Beziehung. In Zeiten in denen die meisten Kinder mit einem Jahr täglich mehrere Stunden in die Kita gehen, wo sie umgeben sind von Geschwistern auf Zeit – brauchen sie da noch eins mit dem sie in der Tat verwandt sind?

kleinesbisschen geschwister schlafen

 

Brauchen – nicht unbedingt.  Mal abgesehen vom frühen Kita-Eintritt gibt es die Möglichkeit von Babygruppen, Schwimmkursen, Turn- und Krabbelstunden. Dort lernen die (meist) Mütter andere Mütter kennen und oft entstehen Freundschaften, wodurch die Kleinen wiederum noch öfters von Gleichaltrigen umgeben sind . Sie müssen also nicht zwangsläufig einen sozialen Nachteil haben. Auch im Umgang mit fremden Kindern können sie wichtiges lernen. Zum Beispiel mal zurückstecken zu müssen, aber auch sich durchzusetzen, Mitgefühl, Zuneigung & Empathie zeigen oder dass, Aufmerksamkeit geteilt werden muss.

Trotzdem sind, aus meiner Sicht, Geschwister aus Fleisch und Blut etwas vollkommen anderes.

Das Erstgeborene wird plötzlich vom Thron gestoßen. Samt Zepter, Krone und Umhang. Natürlich versuchen die Eltern die Landung total sanft zu gestalten aber wir wissen alle wie viel scheinbaren Schmerz ein Kind bei dem Fall auf einen dicken Teppich empfinden kann ;-). Es muss von jetzt auf gleich lernen die Aufmerksamkeit der Eltern zu teilen. Und das nicht etwa mit dem Haushalt, dem Laptop oder der Katze. Nein, mit einem für das Kind fremden Wesen, das es zuvor noch nie gesehen hat und das bei jedem Schreien auf den Arm genommen wird.
Das Zweitgeborene dagegen wächst viel brutaler auf als das erste. Zu feste Knuddler, ein Spielzeugschlag auf den Kopf, ein „Nein das darf sie nicht haben“, mit einer Lautstärke, die Rockkonzerten Konkurrenz macht oder dem Warten auf die Milch da dem Geschwisterkind erst noch der Po abgeputzt werden muss. Zusammengefasst heißt das: Geschwister müssen von Anfang an ihre Rolle in der Familie finden. Das müssen natürlich auch Kinder, die in die Kita gehen, aber ich sehe den Unterschied in der INTENSITÄT. Mit einem Geschwister erlebst du alles einfach viel, viel intensiver. Freunde kommen und gehen (vor allem in den jungen, so prägenden Jahren). Geschwister bleiben.

Das könnte jetzt durchaus ein schöner Schlusssatz für diesen Blogartikel sein, oder? Ist es aber nicht 😉

Denn das, was mich zu 10000% überzeugt, dass ein Geschwisterkind für unseren Herbstjungen die beste Entscheidung war ist:

ES IST EINFACH SCHÖN!

kleinesbisschen geschwister kuscheln

Die schönsten Momente sind die, in denen die beiden sich voller Liebe und Zuneigung angucken und voller Zufriedenheit lächeln. Die in denen sie sich einfach so ein Küsschen geben. Die Morgen, an denen unser Großer beim ersten Rufen der Kleinen zu ihr ins Bett krabbelt und sie zusammen Bücher schauen (sich dabei zwischenzeitlich die Köpfe einschlagen aber das passt hier gerade nicht hin,hahaha). Wenn das Steinbockmädchen voller Vorfreude ihre Schuhe anziehen möchte sobald ich sage, dass wir jetzt ihren Bruder vom Kindergarten abholen. Wenn der Herbstjunge der Kleinen die Zahnbürste macht und zeigt, wie sie richtig putzt. Oder sich aufs Töpfchen setzt und sie es nachmachen soll. Wenn wir Bücher lesen, beide auf meinem Schoss sitzen und gespannt der Geschichte lauschen. Wenn das Steinbockmädchen nur durch liebevolles Zureden vom Bruder aufhört zu weinen. Oder nur bei ihm auf diese ganz bestimmte Art und Weise lacht.

kleinesbisschen geschwister spielen zusammen

Es ist manchmal hart, ja das ist es. Es gibt Tage, an denen immer einer heult, an denen Zank und Streit in der Luft liegen. Aber das ist hier wirklich selten und eher phasenweise. Die meiste Zeit genießen sie die Anwesenheit des anderen. Und wenn ich merke, dass die beiden sich einander fast wichtiger sind als wir es ihnen je sein können – ja dann weiß ich alles richtig gemacht zu haben.

Ein Einzelkind hat keine Nachteile, Geschwisterkinder aber nur Vorteile.

kleinesbisschen geschwister kuss

 

Wie viele Kinder habt ihr? Seid ihr happy mit der Zahl oder sollen es noch mehr werden? Und die Mamas von „nur“ einem Kind – wie seht ihr das?

 

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